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Neuer Yoga-Trainer für Greimerath
 


 
Hallo Felix Reuter. Der SV GREIMERATH hat, nachdem Veronika Frick aus privaten Gründen keine Fitness-Kurse mehr in Greimerath anbieten konnte, dich als neuen Yoga-Trainer für den Sportverein gewinnen können.
Wie kam es zu dem Kontakt, und wie konntest du dich motivieren, dem Angebot aus Greimerath zu folgen?
 
„Nun, wie so oft, bin ich über eine Empfehlung zum SV Greimerath gekommen. Michaela Brasch von Brauchitsch war Teilnehmerin in einem meiner Kurse und meinte, dass auch in Greimerath Interesse an Yoga besteht. Da ich zum Januar sowieso einen neuen Kurs am Mittwochabend starten wollte, war die Motivation dementsprechend groß. Nach einem Telefonat mit Wolfgang Schäfer stand dann schon wenige Tage später fest, dass wir einen Schnupperabend veranstalten werden, welcher mit 16 Teilnehmern reichlich besucht wurde.“

 
Kommen wir aber zunächst zurück zu deiner Person: Wo kommst du her und wie bist du zum Yoga gekommen?
 
Also ich bin ein klassisches Eifelkind und stamme aus Bleckhausen, was hier im Ort wohl auch als ‚Blääkes‘ bekannt ist. Nachdem ich 2016 mein Abitur in Daun absolviert hatte, wollte ich meine Leidenschaft zum Fitnesssport zu meiner Berufung machen. So zog es mich nach Frankfurt, um Fitnessökonomie dual zu studieren, was jedoch eher einer Vollzeitanstellung als Personal Trainer, als einem Studium entsprach. Durch ein wenig Glück wurde ich nach wenigen Monaten Personal Trainer in Europas höchstem Fitnessstudio, welches auf knapp 200 Meter Höhe in den letzten beiden Stockwerken des Main Towers errichtet wurde. Diese einzigartige Chance ermöglichte mir einen genaueren Einblick in den Finanzsektor Frankfurts, denn meine Kunden waren von nun an Bankiers, Unternehmer und Anwälte. Schnell merkte ich, dass selbst in Frankfurts ‚Premium Fitnessstudio‘ nicht die Gesundheit der Mitglieder, sondern deren Brieftasche im Vordergrund stand, weshalb ich die scheinheilige Businessbranche und den ganzen Konsum schnell satt hatte. Jedoch lernte ich einiges über Vertrieb und Selbstständigkeit, während ich als Trainer immer mehr wachsen konnte. Ich interessierte mich zunehmend mehr für Persönlichkeitsentwicklung und entschied mich kurz vor meinem 21. Geburtstag dazu, mein duales Studium abzubrechen, um richtige Lebenserfahrung und Charakterstärke zu sammeln – eine Weltreise stand bevor.



 
In den kommenden 2 Jahren bereiste ich 20 Länder auf 4 Kontinenten, während ich mich ständig zwischen Reisen und Zeitarbeit abwechselte. Für mein erstes Abenteuer wählte ich Peru aus, wo ich sofort mit jeglichen Herausforderungen und Kulturschocks konfrontiert wurde, die man als Reisender kennenlernt: Flugausfälle, Armut, Sprachbarrieren, Überfälle, fehlende Infrastruktur, verlorene Kreditkarten, Krankheit, etc. Dazu kam eine Naturkatastrophe in Form von Überschwemmungen, bei der 600.000 Häuser in meiner unmittelbaren Nähe zerstört wurden. Ich wurde sozusagen abgehärtet und konnte bereits auf meiner ersten Reise lernen in jeder Herausforderung eine positive Lösung zu finden. So fand ich trotzdem einen Weg eine Woche lang bei einer Familie mitten im Amazonas zu leben, mehrere Stunden von jeglicher Zivilisation entfernt. In dieser unvergesslichen Zeit sah ich pinke Delfine, Affen, Faultiere und Schlangen im Amazonas, angelte Piranhas, ließ Taranteln auf meiner Hand laufen und aß Früchte, für welche es nicht einmal geläufige Namen gibt. Abenteuer, wie diese häuften sich in den kommenden Monaten, jedoch waren sie häufig mit viel Arbeit verbunden. Zu meinen Highlights zählten Road Trips an der Westküste Amerikas und Portugals, eine 10-tägige Wanderung um den Mont Blanc und meine vorletzte Reise nach Guatemala im Februar 2019, wo ich schließlich Yoga kennenlernte. Dort wanderte ich tagelang über diverse Vulkane und kletterte gemeinsam mit meinem Cousin auf den knapp 4000 Meter hohen Acatenango, wo wir als die einzigen Personen auf dem Berggipfel mehrere kleine Vulkanausbrüche am gegenüberliegenden Vulkankrater beobachten konnten. Unsere Wanderung endete am Lago Atitlan, einem weltbekannten Vulkansee, an dem Spiritualität und Yoga verbreitet sind. Intuitiv entschloss ich mich dazu, einer Yogastunde beim Sonnenaufgang am Ufer des Sees beizuwohnen – eine Erfahrung, die mein Leben veränderte. Noch nie fühlte ich mich körperlich so schmerzfrei und energetisch, während mein Geist gleichzeitig vollkommen entspannt und glücklich war. Sofort wusste ich, dass ich eine neue Berufung gefunden hatte, welche mein Interesse an Gesundheit und Fitness verbinden würde. Im April letzten Jahres flog ich also nach Rishikesh (Indien), der Welthauptstadt des Yoga, um Yogalehrer zu werden. Am Rande des Himalaya verbrachte ich einen Monat in einem Ashram, wo ich jeden Tag über Yoga unterrichtet wurde. Leider hatte ich während des gesamten Aufenthalts mit Krankheit und körperlichen Schmerzen zu kämpfen, doch ich kam als neuer Mensch in die Eifel zurück.



 
Bei allen Eindrücken, welche ich rund um den Globus sammeln konnte, wurde es zunehmend klarer, dass ich mich als Freiberufler in der Eifel verwirklichen möchte, da ich die Eifel aufgrund ihrer Natur und Freiheit sehr liebe und schätze. So gebe ich nun regelmäßig Yoga-Kurse in der Region und habe mich nun in Laufeld niedergelassen, wo ich langfristig einen Seminarraum einrichten werde, um im entsprechenden Rahmen meine Angebote der Entspannung anzubieten. Leider bin ich zurzeit aufgrund der politisch angeordneten Kontaktsperre ausgebremst und darf meine Kurse auf unbestimmte Zeit nicht mehr anbieten. Aber dann, und das kann ich den bisherigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, und vielleicht den Neugierigen versprechen, werden wir wieder ganz in die vielseitigen Möglichkeiten der Entschleunigung eintauchen, um gemeinsam für Wohlbefinden zu sorgen.“

 
Das ist ja alles super interessant. Ein erlebnisreicher Werdegang und man spürt, dass die vielfältigen Möglichkeiten des Yoga dich ergriffen haben und du mit Begeisterung diese Übungen, aber auch Werte, welche darüber vermittelt werden, gerne an andere Menschen weitergibst. Es ist also für dich kein Job, sondern eine Berufung?
 
„Perfekt ausgedrückt. Für mich stand das Wohl meiner Mitmenschen immer im Vordergrund, mein Verdienst ist dabei lediglich ein positiver Bonus. Natürlich will ich damit auch Geld verdienen, denn die neue Lebenssituation bringt auch finanzielle Herausforderungen mit sich, doch zu sehen, dass die Teilnehmer bereichert den jeweiligen Kursabend verlassen – das ist unbezahlbar und kann mit keinem Lohn der Welt verglichen werden. Ich bin einfach überzeugt, dass Yoga zunächst begeistern kann und dann auch die Menschen befähigt, sich selbst zu entschleunigen. Tatsächlich merke ich, dass Yoga und Achtsamkeit eine Antwort auf unsere modernen Probleme darstellen, indem sie jedem Menschen zeigen, dass er selbst für Wohlbefinden in seinem Leben sorgen kann, wenn er bereit ist, etwas Zeit und Disziplin zu investieren. – Besonders in der jetzigen Zeit.“


 
 
Also bist du gerne bereit, auch weiterhin deine Angebote in Greimerath fortzuführen?
 
„Ja selbstverständlich. Ich hatte bereits die Gelegenheit an 5 Abenden mit interessanten Menschen aus Greimerath zu tun zu haben, als uns die aktuelle Situation gestoppt hat. Daher hoffe ich, dass die Politik bald wieder ausreichend Gründe geboten bekommt, die aktuellen Kontaktverbote zu lockern, so dass auch wir mit unserem Yoga-Kurs in Greimerath weitermachen können, denn ich bin jederzeit bereit.“

 
Das hört sich prima an. Vielen Dank für das Angebot und die Bereitschaft. Du brennst für deine Leidenschaft – hoffentlich kannst du sie bald wieder umsetzen – und das dann auch in Greimerath.
 
„Sehr gerne. Vielen Dank für das Gespräch und die Gelegenheit für das Interview. An dieser Stelle wünsche ich allen Greimerathern: Bleiben Sie gesund und bleiben Sie auch entspannt. Als Hilfe dazu habe ich kostenlose Online-Videos auf meiner Website zur Verfügung gestellt, welche Yoga auch in die eigenen vier Wände bringen: https://felix-reuter.com/online-kurse/ Ich freue mich darauf, die Eine oder den Anderen dann in der Fortsetzung des Yoga-Kurs begrüßen zu dürfen. Bis bald.“

Fotos: „Dominik Brauch“ https://bbberlin.com
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